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Sussan Deyhim

Weltmusikerin zwischen Sufi und Big Apple

Es war für mich das ungewöhnlichste Hörerlebnis gleich zu Beginn des neuen Jahrtausends, als mir Sussan Deyhim's CD "Madman of God" mit dem Untertitel "Devine Love Songs of the Persian Sufi Masters" in die Hände fiel. Trotz all dieser esoterischen Begriffen ist auf dem Titel eine Frau zu sehen, die einen durchaus weltlichen, um nicht zusagen, ausgesprochen zeitgemäßen Eindruck macht. Widerspruch oder Polarität, die sie verbindet?

 

"My approach to working with this material has been a very personal one. I have sought to evoke and live the vibration, for I believe the vibration is the essence of the Sufi way of travelling through time, in cosmic space, which transcends all other parameters," steht im beifgefügten Booklet zu der CD.

Sussan Deyhim, Perserin, die in New York lebt, hat die Poesie bedeutender Sufimeister vom 11. bis zum 19. Jhd. zur Grundlage ihrer CD "Madman of God" gemacht. Für sie eine Erinnerung an ihre Herkunft. 

Sufismus - es verbinden sich damit Begriffe wie Mystik, Derwische, Askese. "Die Askese allein führt den Sufi jedoch nicht zu dem Einen und Wirklichen; als viel wichtiger erweist sich die Liebe zu Gott, die selbst eine Gnadengabe Gottes gilt." Der Mystiker, der nach Qualen und Leiden des Lebens, Gott gesehen hat, ist so überwältigt von seiner Gegenwart und Größe, dass er verwirrt, entrückt und bestürzt in Ekstase geraten kann: "Er hat das Ziel seines Weges erreicht - das "Ent-Werden" (fana)   

Sussan Deyhim wurde in Teheran, Iran, geboren. Ihre Bühnenkarriere startete sie in den 70er Jahren des 20. Jhds. in einem Ballett. Seit den 80er Jahren lebt sie in New York City und hat sich da der Jazz-Szene zugewendet. So arbeitete sie als Sängerin, Komponistin und darstellende Künsterin mit zahlreichen renommierten Jazz-Musikern, wie Micky Hart, Branford Marsalis, Heiner Goebbels.Drüber hinaus nahm sie an mehreren internationalen Film- und Theaterproduktionen teil.

1981 begann Sussan Deyhim ihre Zusammenarbeit mit Richard Horowitz. Damals nahm sie mit ihm die Platte "Queen of Saba", Eros in Arabien auf. Als weiteres grosses Projekt führten sie die multimedia performance "Azax/Attra: Desert Equations" auf. Mit dieser Show tourten sie bis in die 90er Jahre rund um die Welt.

Mehr Infos zu Sussan Deyhim unter: http://www.sonyclassical.com/artists/deyhim/

Zitate aus: "Derwische - gelebter Sufismus" von Jürgen Frembgen, Köln, Dumont 1993

Möchten Sie mehr über Sufismus wissen? www.sufismus.de

Fazit: Sussan Deyhim eröffnet neue Welten. Ein musikalisch höchst anspruchsvoller Trip. Orientalisch. Jazz. Aufregender Gesang, der an Indien erinnert. Teilweise traditionelle orientalische Instrumentierung. Genial und: Absolut empfehlenswert!

More infos: www.sussandeyhim.com

Sussan Deyhim "Shy Angels" - bedeutungsschwangeres "Reconstruction and Mix Translation" Remake von Weltenbummler Bill Laswell. Ich würde sagen: Eine Light-Version. Die Stücke sind mit dem Original identisch, jedoch elektronisch und mit techno-bass-and-drums unterlegt, dadurch für westliche Ohren besser verdaulich. Auch diese CD ist lohnenswert!

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