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Pianojazz zwischen Orient und Okzident

Aziza Mustafa Zadeh

Wo ist Aserbaidschan? Eine konfliktträchtige Region im Kaukasusgebiet, die im Westen an die Türkei grenzt, im Süden an den Iran, im Osten an das Kaspische Meer. Kaum zu glauben, dass hierher eine der interessantesten Pianistinnen des Modern Jazz - mit internationalem Format - kommt. Mehr noch: Die Virtuosität des eher westlich / amerikanischen Jazz verknüpft sie übergangslos und meisterhaft mit ethnischen Harmonien. Aziza ist eine fürwahr begnadete Pianistin, Arrangeurin und Komponistin; ihr oft melismatische Stimmführung vermittelt den Flair des Orients.

 

Aziza ist gleich "Jazziza", "the Princess of Jazz"? Als Jazzpianistin und Komponistin hat sich Aziza längst einen Namen gemacht. Bei genauem Zuhören entdeckt man die weitreichenden musikalischen Einflüsse, die Aziza geprägt haben: Hervorragende Kenntnisse der klassischen Musik und des modernen Jazz, die zu wunderschönen Harmonien und deren Auflösungen, Abstraktionen führen, um sie dann doch wieder zu versöhnen. Aziza spielt auch swingenden Pianojazz; ihre Stärke liegt jedoch mehr in frei improvisierten Motiven, die sie temperamentvoll und mit Charme darbietet; sie rundet ihr Repertoire durch Zitate der alten Klassiker wie Beethoven, Bach, Bizet ab.

Gesanglich ist sie der orientalischen Interpretation näher als der europäischen / amerikanischen. - Und genau dies ist das Besondere, der Clou, das Prickelnde!

http://jazzpages.com/cdrev/jazziza.htm

Aserbaidschan

Die Komplexität ihrer Kompositionen und ihrer Spielweise ist vorprogrammiert - und doch ist ihre Musik nicht überfrachtet, sondern bietet Anreize, sie immer wieder neu zu entdecken. So ist das Studium ihrer  Musik auch - oder vielleicht gerade - für aktive Pianisten absolut inspirierend. Ein vorzügliches Beispiel ist das geniale Album "Jazziza", in dem sie eine Reihe bekannter Jazz-Standards wie "Lover Man" und "My Funny Valentine" interpretiert. "Black Orpheus" ist ein wahren Samba-Trip mit wechselnden Harmonien und Rhythmen. Auch Dave Brubeck's altgedientes "Take Five" liegt hier in einem neuen, völlig überraschenden Sound vor. "Jazziza" - ein Meisterwerk!    

Bei all diesem Talent und dieser Virtuosität nimmt es kein Wunder, dass erlauchte Namen aus dem Bereich des internationalen Jazz auf ihren CDs auftauchen: z. B. Al di Meola, Bill Evans, Stanley Clarke ("Inspirations"), Toots Thielemans, Philip Catherine ("Jazziza")

Konzertdaten, Fotos, Berichte zur Tournee 2002, in dem sie vor allem ihr neuestes Album "Shamans" vorstellt per Klick. Übrigens: Ein hervorragendes Konzert! Sprühende Musikalität, temperamentvolles Solospiel und spirituelle Kraft - vermittelt von einem Star ohne Allüren, sondern mit sparsamen Gesten.   

CDs von Aziza Mustafa Zadeh:

- "Aziza Mustafa Zadeh", 1991
- "Always", 1993
- "Dance of Fire", 1995
- "Seventh Truth", 1996
- "Jazziza", 1997
- "Inspirations, colors & reflections", 2000

Hörproben und alle Tunes auf Klick!

Fazit: Aziza Moustapha Zadeh räumt auf mit dem Vorurteil, eine Frau, gar eine Frau mit orientalischer Herkunft, sei in der modernen anspruchsvollen Musik schlichtweg nicht vorhanden. Aziza's Musik ist Jazz pur: Provozierend, innovativ, experimentell, exotisch und traditionell zugleich - eben genau das, was man im besten Fall erwarten kann und will, wenn man das Wort "Jazz" vernimmt. 

Empfehlung: Unbedingt weiter verfolgen!