Laurie Andersen

 

Hi-tec mit Violine

musik, performances, engagements

In ihrem Werk schwer einzugrenzen - Musikerin? Performance-Künstlerin? Lyrikerin? Darstellende und/oder Bildende Künstlerin? - ist Laurie Anderson gleichzeitig eine der ersten Künstler, die sowohl neue/digitale als auch herkömmliche/analoge Medien einsetzte. Sie, die sich als Geschichtenerzählerin begreift, unterstützt ihren auditiven Ausdruck durch Multimedialem: Videos, Installationen, Projektionen. Doch keine Angst vor schrillen, lauten Tönen auf ihren CDs: Ihre Musik wird zuweilen als Avantgarde-Pop bezeichnet; ihre Stücke haben Erzählcharakter - kurzum: Laurie Anderson ist kreative Botschafterin und Überbringerin der innovativen Künste, ohne sich durch abstrakt-intellektuellem Insider-Gehabe profilieren zu müssen.

Beiträge zur Pop art?

"I just want to make images that raise a lot of questions for people," kommentiert Laurie Anderson ihre Arbeit. Perspektivwechsel - neu und provokativ - war die Absicht der modernen Künstler seit der frühen Pop art in den 1960ern: Bekanntes verzerrt, verformt oder eingebettet in ungewohnte Umgebungen, keine wirklich neuartigen Kreationen. Laurie Andersen "erfindet" mitunter Instrumente, genaugenommen verwendet sie Instrumente und andere Geräte in ungewöhnlicher Art. Beispielsweise verfälscht sie ihre eigene Stimme durch ein in den Mund genommenes Mikrofon. Das Instrument, das die größte Ähnlichkeit mit der weiblichen Stimme habe, sei die Violine, Laurie'`s "perfect alter ego". Auch diese Instrument wurde in vielfältiger Art umgewandelt, z. B. montierte Laurie Abspielköpfe an der Brücke und spielte die Geige dann mit einem mit Audiotapes bespannte Bogen. Ein anderes Mal benutzte sie eine Violine, die auch alleine spielen konnte und mit Lautsprechern ausgestattet war, so dass sich Laurie selbst im Duett begleiten konnte.


Thank you ...
Rolf (from Mannheim/Karlsruhe), who has introduced Laurie to me. He has inspired me and helped me to write this article (and the webpage on yoko ono).

 

Biografie

Geboren am 5. Juni 1947 in Chicago. Sie wuchs mit acht Geschwistern auf und nahm Violin-Unterricht. Schon damals spielte sie mit dem Chicago Youth Symphony Orchester. Mit 19 ging sie 1966 nach New York und studierte dort im Barnard College Kunstgeschichte, was sie mit Auszeichnung abschloss. Nach weiteren drei Jahre beendete sie 1972 das Studium der bildenden Künste / Bildhauerei an der Columbia University. Sie arbeitete mit unterschiedlichen Bildhauern, Malern, Musikern, u. a. Phil Glass zusammen.


Die Liste der Musiker, die man auf ihren Studio-Alben findet, ist durchaus erlaucht: Bill Laswell und Peter Gabriel ("Mister Heartbreak"), Robby Krieger, der Gitarrist der Doors und Vokalist Bobby McFerrin ("Strange Angels"). "Bright Red" wurde von Brian Eno (früher: Roxy Music) produziert, als Gastsänger erscheint Laurie's Lebensgefährt Lou Reed (Gründungsmitglied der legendären "Velvet Underground" um den Maler Andy Warhol).

Laurie Anderson produzierte jedoch nicht nur Musik-CDs, sondern auch interaktive CD-ROMs, z. B. "Puppet Motel" (1995; mit Hsin-Chien Huang) mit Musik, Fotos, gelesenem Text. Ein größeres Live-Projekt wurde die multimediale Oper "Songs and Stories from Moby Dick" (1999) nach dem gleichnamigen Roman von Melville.

Weitere CDs und Ausstellung folgten. Ihre letzte CD ist "Live in New York", aufgenommen kurz nach den Anschlägen von Ground Zero und Washington - für sie eine lebensnahe Auseinandersetzung mit dem Tod. Laurie Anderson unterschrieb eine Petition an die Bush-Administration gegen den letzten Irak-Krieg ...


Links

Ihre offizielle Homepage
Offizielle deutsche Website
Deutsche Webpage bei "Laut"

CD "Talk normal"

CD "Life on a string"

Hörproben - in Kürze

Laurie Anderson carrying a "talking stick".

Discography:

1977 It's not the bullet that kills you, it's the hole
1981 Oh superman
1982 Big Science
1984 Mister Heartbreak
1984 Home of the Brave
1984 United States live (4 CDs)
1989 Strange Angel
1994 Bright Red
1995 The ugly one with the jewels
2000 Talk normal (Anthology)
2002 Life on a string (2001)
Live in New York (sept, 19-20, 2001)
     
 
Filme    
  1981 Oh superman
  1981 Talking Opera "United States"
  1985 "Home of the Brave"
     
Buch    
  1994 "Stories from the Nerve Bible"
     
Artwork & Performances
  1970er Früher Performances
  1983 "Works from 1969 - 1983" (Philadelphia, Great-Britanny)
  1984 "Language is a virus from outer space"
(Hommage à W. S. Burroughs)
  1984 "Mister Heardbreak" (Performance), Basis für den Film "Home of the Brave" als Konzertdokumentation
  1991 "Stories from the Nerve Bible" (Performance, Weltausstellung Sevilla; kritische Bezugnahme zum 1. Golfkrieg)
  1999 "Songs and Stories from Moby Dick"
(neu: "talking stick" = digitales Instrument, Licht & Harpune)
  2002 Arbeiten für Swiss Expo
  2003 "The record of the Time" (Düsseldorf,Germany)