Khadja Nin |
Nachdenken in Europa und Afrika |
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So eingängig ihre Lieder sich zunächst anhören mögen, so kontemplativ und kritisch sind ihre Texte. Khadja Nin hat viele Botschaften - und doch wurzeln alle in dem Wunsch nach Frieden und Harmonie. Khadja weiß, wovon sie redet - als afrikanische Immigrantin in Europa. |
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Fokus 1: BurundiEin
kleiner Staat, Binnenlage zwischen Ost- und Zentralafrika im Bereich der Großen Seen,
mit Grenzen im Norden an Ruanda, im Westen an den Kongo, im Süden an
Tansania. Landessprachen: Kirundi und Französisch. Nachdem das Land 1962 seine Unabhängigkeit aus der
belgischen Kolonisation erlangt hatte, wurde es durch politischen Krisen, terroristischen Anschlägen und Massakern erschüttert.
Allem voran versperren Machtkämpfe ethnischer Gruppen wie den Watusi und den Hutu den Weg zur Demokratie. - Die Krise geht auf die Zeit
der Kolonisation zurück: Die europäischen Kolonialherren setzen damals
Adlige der Tusi in Machtpositionen ein, welche die Ausbeutung von Hutu-Bauern
billigten; darüber hinaus verteilten sie Ausweise, die
Stammesidentitäten und damit mehr oder weniger Privilegien
dokumentierten. Nach der Erlangung der Unabhängigkeit hielten die Tusi
weiterhin an ihren Vorrechten fest. |
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"Khadja Nin" "Ya
Pili" "Ya ..." |
Fokus 2: Leben im Exil1980 kam Khadja Nin nach Belgien, einem Land, in dem sich sich sicher fühlte. - Doch dann geschah das Unfassbare: Ihr Mann wurde ermordet. Sie blieb mit ihrem kleinen Sohn zurück in einer Welt, die sie nicht gut kannte. Zum Überleben schlug sie sich mit mittelmäßigen Jobs durch. So schwierig ihr Leben bis dahin war, es änderte sich zum Besseren. 1985 begegnete ihr Nicolas Fiszman, ein Produzent und Musiker, der sie ermutigte zu schreiben und zu singen. Khadja folgte dem Rat und schrieb Lieder über ihr Leben - in Suaheli und ihrer Landessprache Kirundi. Musikalisch fühlt sie sich keiner speziellen Richtung verbunden: Afrikanisches mischt sie mit europäischem Pop, französischem Zouk und lateinamerikanischen Rhythmen. 1991 wurde die Plattenfirma BMG auf sie aufmerksam. Ihre erste Platte "Khadja Nin" war nicht sehr erfolgreich. 1994 kam das Album "Ya pili" heraus. Erst "Ya Sambolera" aus dem Jahre 1996 führte zu dem erhofften Erfolg. Das vorerst letzte Album ist "Ya ..." aus dem Jahre 1998. |
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Fokus 3: Ihre LiederKhadja's Lieder sind keine leichte Kost. Sie selbst sagte in einem Interview: "Ich schreibe keine Liebeslieder, weil ich nicht viel darüber weiß. ... Aber die Musik ist ein Privileg, darüber zu sprechen, was mich beschäftigt." Und sie fügt hinzu, dass es ihr geheimer Wunsch sei, die Menschen mit ihren Liedern zu trösten, wie die Musik sie getröstet hat. Nach Burundi ist sie inzwischen mehrere Male zurückgekehrt. Zum Beispiel 1996, als ein internationales Embargo gegen ihr Land verhängt wurde. Dazu hat sie in einem Lied Stellung bezogen. In Europa glaube man, der Konflikt in Burundi sei ethnisch begründet, aber die Zusammenhänge seien viel komplexer. Ein Embargo bringe nichts, es bestrafe einzig und allein die armen Leute, die plötzlich keinen Handel mehr treiben und dadurch auch beispielsweise keine Medikamente mehr kaufen können, kommentiert sie. "Ein Land unter Embargo ist ein Land, das nicht mehr existiert." Khadja Nin lebt inzwischen in Monaco. |
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Fazit:Die kritische Stimme einer afrikanischen Frau, die sich nicht hinter Pop-Musik versteckt und ansonsten schweigt, lehrt uns Europäer neue Sichtweisen und hilft uns, manches besser zu verstehen. |
Keine Angst vor unbekannten Sprachen!Die den CDs beigefügten Booklets beinhalten die Texte der Lieder und englische Übersetzungen! |