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Performance Künstlerin

 

Kunst für den Frieden

Yoko Ono
Geboren am 18. Februar 1933 in Tokio

 

Weltweit berühmt wurde sie als Ehefrau von Beatle John Lennon. Yoko Ono ist eine der schillerndsten und kreativsten Persönlichkeiten unsere Zeit: Pop-Sängerin, Komponistin experimenteller Musik, Akteurin und Produzentin zeitgenössischer Kunst, Menschrechtlerin, Aktivistin in Sachen Friedensbewegung. Die Formulierung ihres Instant Karma lautet: "Kunst als konzeptionelles, prozessorientiertes  Werkzeug des (Über-)Lebens".  

Discografie

Eine superschöne Website (in Englisch) mit gut strukturierten Infos zu Yoko Ono finden Sie hier im Internet. Darunter eine komplette Plattenübersicht, die Sie hier und sofort per Klick  erreichen können.

Ursprünge

In der Tat: Ihr künstlerischer Werdegang begann mit der Musik: In jungen Jahren nahm sie Klavier- und Gesangsunterricht. Yoko studierte zunächst Philosophie an der Gakushin Universität Tokio. 1952 wanderte ihre Familie nach USA aus. In New York belegte sie neben Philosophie auch das Fach Musik am Sarah Lawrence College und befasste sich mit zeitgenössische Komposition. Zusammen mit ihrem ersten Ehemann, dem Pianisten und Komponisten Toshi Ichiyanagi; er war Schüler von John Cage. Yoko's besonderes Interesse galt der  zweiten Wiener Schule (Arnold Schönberg, Anton Webern) und der Zwölftontechnik

John Cage

"Cut Piece"

Happenings etc.  

Bereits Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts veranstaltete sie die ersten Happenings und Performances: Kunst wird nicht mehr als statisches (fertiges) Gebilde (wie in der traditionellen Malerei oder Bildhauerei - Kunst kommt also nicht einfach nur vom handwerklichen Können) sondern als Prozess des Erstehens, als Aktion verstanden und präsentiert; der künstlerische Moment besteht in der kreativen Idee ("conceptional art").   

1961 entstand "Painting to be stepped on", ein auf dem Boden ausgelegten Stück Leinwand, dem die Event-Anweisung beigelegt ist, darauf zu treten: Das Publikum ist nicht nur passiver Betrachter, sondern erfahrender und lernender Teil des Geschehens, indem es aufgefordert wird, imaginär oder real die Weiterführung mitzugestalten. - Für Furore sorgte die Performance "Cut Piece" (1964, Kioto, Japan; 1965 London): Für die Dauer von einer Stunde kniete Yoko auf einer Bühne, wobei das Publikum aufgefordert war, mit einer Schere Yoko's Kleider abzuschneiden (siehe nebenstehendes Foto). Entmythologisierung, Enttabuisierung der Kunst, der deutsche Künstler Josef Beuys spricht gar von "Demokratisierung". Yoko Ono gilt seither als Künstlerin der Avant-Garde.     

Plastic Ono

1969: Heirat John Lennon und Yoko Ono. Es war die Zeit der Hippies, es war die Zeit der Protestbewegung gegen den Vietnamkrieg. Böse Stimmen behaupteten, Yoko Ono habe die Beatles auseinander gebracht. Ihr Einfluss auf John Lennon war deutlich:
"She forced me to become avant-garde and take my clothes off, when all I wanted was to become Tom Jones", kommentierte John Lennon (Quelle: The Beatles Anthology, London 2000, Seite 300)  

Besonderes Aufsehen erregten John und Yoko mit ihrem "bed-in", einer Demo gegen den Vietnamkrieg. John und Yoko gründeten die Plastic Ono Band, die u. a. den von ihnen komponierten Friedensaufruf "Give peace a chance" auf Schallplatte veröffentlichte.

Tragische Ironie des Schicksals: Ausgerechnet der Pazifist John Lennon wurde am 8. Dezember 1980  in New York City erschossen. 

Yoko Ono today

Musik, Kunst und politisches Engagement bestimmen weiterhin das Wirken Yoko Onos. 


  Hörproben!

Auch nach der Zeit mit Lennon hat Yoko Ono mehrere Platten veröffentlicht. Auffallend: Emotionale Expressivität, die sie aus ihrer Happening-Zeit mit "Voice Pieces" umschieben hat - die Stimme als umfassende emotionale Ausdruckskraft. Man möge beim Zuhören zeitweise an Janov's Urschrei erinnert sein. Z. B. in "Blueprint for Sunrise",  ihrer bislang letzten Schallplatte (siehe oben). Musikalisch hat Yoko Ono einen Konsenz zwischen Avant-Garde und Pop-Musik angestrebt - ein schwieriges Unterfangen, da Pop-Musik-Hörer nicht erwartungsgemäß offen für Intellektualität, Sozialkritik und Non-Konformismus sein müssen (was vielleicht noch in den End-1960ern denkbar gewesen wäre). 

Fazit: Yoko Ono ist provokativ im besten Sinn des Wortes: Ein Impuls zu lernen, keine einfache Kost, sondern intellektuell und sozial enorm bereichernd!   


Weitere Infos finden Sie unter:

Yoko Ono als Fluxus-Künstlerin
Fluxus-Internet-Portal

Fluxus in Deutschland

Beatles

Geniale Homepage der Beatles

John Lennon

 

PS.: Inspiriert zu dem Thema wurde ich durch einen Freund: Danke, Rolf aus Mannheim ....


Literaturtipp: Women artists - Künstlerinnen des 20. und 21. Jahrhunderts, Taschen Köln 2001, Preis: ca. 25 Euro

Wow! Diese Seite ist verlinkt von der ARD! Danke, grosse Schwester!