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Melissa Walker


Als ich ihre erste CD "May I Feel" zum ersten Mal hörte und dazu das Cover anschaute, dachte ich, das passt nicht zusammen:
Melissa ist relativ jung; Stimme und Gesang besitzen Ausdruck und Reife einer ganz großen Jazz-Sängerin vom Range einer Sarah Vaughn oder Carmen McGrae. 

Ihr Repertoire umfaßt bekannte Jazz-Standard sowie eigene Kompositionen.


Discographie

May I Feel - 1997 
Moment of Truth - 1999 
I saw the Sky – 2001


Biographie

Ursprünglich wollte Melissa Walker, geboren in Alberta, Kanada, Eltern beides Akademiker, Juristin werden. Sie studierte Management und afrikanische Soziologie und promovierte. Aber sie zog dann doch die Musik vor. 1990 trat sie zum ersten Mal 1990 auf und zog 1993 nach New York, dem Mekka des Jazz, wo sie ihr erstes Album "Little Wishes" produzierte.

Album "May I feel"

Der Titel von Melissas erster CD "May I Feel" aus dem Jahre 1997 wurde einem hübschen Gedicht E. E. Cummings entnommen:

"may I feel said he
i'll squeal said she
just once said he
may I touch said he
how much said she
a lot said he
why not said she
let's got said he
not too far said she
what's too far said he
where you are said she."

Mit von der Party ist Terell Stafford, ihr Ehemann, an der Trompete. Diese CD enthält eine Reihe weltbekannter Klassiker.
"I'm a fool to want you" wurde 1951 vom Frank Sinatra geschrieben und gesungen. In diese Kategorie des eher swingenden Jazz gehört auch der Billie Holiday-Song "What a little Moonlight can do" von Harry Woods aus dem Jahre 1935.

"Moment of Truth"

In der musikalischen Thematik wesentlich provozierender als das vorangegangene Album ist ihre CD "Moment of Truth". Hier finden Sie drei Stücke, die sie dem Jazz-Giganten John Coletrane widmete: "For John", das der südafrikanische Pianist Abdullah Ibrahim schrieb, und dessen Lyrik eine Widmung an "Trane" ist. Bei genauerem Hinhören und wenn Sie Coletrane kennen, wird eine Seelenverwandschaft zu dem sensiblen und genialen Musiker offenkundig. "Portrait of Equinox", bei dem sie Coletrane's "Equinox" zu Grunde legte. Sie assoziiert das Stück mit Selbstwertgefühl und Überlebenskampf. Die Musik Coletranes hatte sie inspiriert während einer nächtlichen Autofahrt zu einer Zeit, als sie als Erzieherin für jugendliche Drop-Outs arbeitete. Es war für sie ein Ruf, dass sie als Erwachsene gefragt war, ein Augenblick der Wahrheit, der Lebensqualität. Musikalisches Highlight ist sicherlich das Coletrane-Stück "Naima". Aber im Coletrane-Stil bleibt das Ablum nicht, sondern Samba-Rhythmen und Balladen fügen sich glänzend hinzu. Ein hervorragendes Werk!  

 

"I saw the Sky"

Für mich ist I saw the Sky" eine Zelebration des Lebens. Es spricht die innere Stärke,  die Unverwüstlichkeit und den hochfliegenden Geist an, auf die wir uns beziehen, wenn wir unsere Lebensreise steuern. Ich habe gelernt, dass wenn wir das Rot oberhalb der Wipfeln sehen, dann können wir den besseren Teil von uns erleuchten." Mit diesen Worten kommentiert Melissa das Konzept dieses Albums.

Den Titelsong hat sie selber verfaßt, wobei sie ein Gedicht von Henry Dumas, einem Poeten aus Arkansas und Aktivisten der afroamerikanischen Befreiungsbewegung der 60er Jahre, als Vorlage nahm.

 

Fazit:

Melissa ist mit Sicherheit eine der interessantesten Sängerinnen des amerikanischen Mainstream-Jazz. Absolut bezaubernd: Ihre emotionale Ausdruckskraft, dargeboten mit einer wunderbaren Stimme. 

 

Alle Songs und einige Hörproben durch Klick auf die Bilder!

CD "May I Feel"
Enja ENJ - 93352

CD "Moment of Truth"
Enja ENJ - 93652

CD "I Saw the Sky"
Enja ENJ 94092 DEA590100900

 

Links

Die offizielle Website von Melissa Walker finden Sie unter:

www.melissawalker.com/

weitere Infos unter:

www.hopper-management.com/
melissa_walker.htm