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Francoise Hardy: back to the sixties

CD "the vogue years"

Francoise Hardy
"The Vogue Years", BMG 2001

Hörbeispiele bei Klick auf Coverbild.

vogue, France, war die erste Plattenfirma, die Francoise unter Vertrag nahm. "vogue years" steht damit für die Anfangsjahre ihrer Karriere. Die von vogue produzierten Lieder markierten gleichzeitig den Zenith ihrer Laufbahn als Star von internationaler Popularität.

50 französische Lieder aus den Jahren 1962 bis 1967 auf zwei CDs verteilt, enthält der Sampler "the vogue years".

Vierzig der Chansons stammen direkt aus der Feder von Francoise. Zumeist sind auch Co-Autoren genannt, was jedoch auf das französische Urheberrecht der frühen 60er Jahre zurückzuführen ist, wonach auch Produzenten diese Rechte einnehmen konnten. Man kann mit Zuversicht davon ausgehen, dass die meisten der Lieder in Wirklichkeit von Francoise stammen.

Jedenfalls: Für Francoise-Hardy-Fans eine CD zum Mitsingen (oder -summen).

Fazit: Liebenswerte Erinnerungen

Wie alles begann ...

"Je m'étais dis qu'ils devaient etre moins difficiles chez Vogue, car je considerais que les enregistrements de Johnny Hallyday étaient de moindre qualité que ceux que j'entendais ailleurs." ("Ich sagte mir, dass es wohl weniger schwierig sei bei Vogue unterzukommen, da ich die Aufnahmen von Johnny Hallyday für qualitativ weniger gut erachtete als diejenigen, die ich anderswo gehört hatte").

Mit diesem Urteil schaute Francoise zurück auf Ihr Engagement bei der französischen Plattenfirma Vogue, die sie am 14. November 1961 unter Vertrag nahm. Die vier Musiker, die damals ihre erste Platte mit ihr aufnahmen - es war der 25. April 1962 -, bezeichnete sie schnippisch als die schlechtesten in Paris zu jener Zeit. Dennoch: Trotz all dieser niederschmetternden Aussagen von Francoise über Vogue - hier begann ihre große Karriere.

Francoise blieb bei Vogue bis zum Jahre 1967. Es war die Zeit der sogenannten "Yé yé Girls", abgeleitet von dem britischen Lebensgefühl der Beatnik-Generation "Yeah Yeah Yeah".

Yé Yé Girl

Französischen Plattenfirmen hatten den Trend der Zeit, die Entstehung einer - für sie profitablen - neuen Jugendkultur gewittert und waren auf Talentsuche. Francoise Hardy, ohne klare Vorstellungen über ihre Zukunft, liebte die neue englische Musik im Radio und begann, eigene Lieder zu schreiben. Sie nahm Musikunterricht.

Dann stellte sie sich dem musikalischen Leiter der Plattenfirma Vogue, Jacques Wolfsohn, mit dem Lied "Je t'aime trop", einer französischen Version des Elvis Presley Songs "Gotta know" vor. Wolfsohn war von ihr angetan, entschied sich jedoch zunächst für eine andere Interpretin. Mehr Hoffnung auf Erfolg errechnete er sich mit dem Song: "Oh oh chéri". Er ermutigte Francoise, auch eigene Lieder aufzunehmen. So entstand ihre erste EP (eine Single mit vier Liedern, was damals in Frankreich üblich war) mit "Tous les garcons et les filles", "J'suis d'accord", "Il est parti un jour" - und "Oh oh chéri". "Tous les garcons" wurde in der Tat ihr erster ganz großer Erfolg. Francoise verkaufte in achtzehn Monaten bis zum Sommer 1963 mehr als zwei Millionen Platten - mehr als Edith Piaf in 18 Jahren. Sie wurde quasi über Nacht zum Star.

Salut les Copains

Ein weiterer, für Francoise glücklicher Zufall fügte sich hinzu. Sie lernte Jean-Marie Périer kennen, ein junger Fotograf, der für die Jugendzeitschrift "Salut les Copains" arbeitete und ihr Image veredelte. Er wurde ihr Freund, Manager und Promoter. Perier begleitete ihre ganze Karriere; die meisten Covers ihrer Schallplatten stammen von ihm - ebenso zahlreiche Fotos. Obwohl die Liebesbeziehung nach einigen Jahren beendet war, ist Jean-Marie Perier - übrigens Sohn des Sängers Henri Salvador - noch immer einer ihrer engsten und vertrautesten Freunde.

 "Avant de le connaitre, je n'avais aucun gout, je m'habillais d'une facon déplorable ... J'étais persuadée d'etre une horreur ... et il a développé mon sens esthétique qui était pratiquement inexisant." (Bevor ich ihn kannte, hatte ich keinen Geschmack, ich zog mich unmöglich an ... ich war davon überzeugt, dass ich schrecklich war ... er entwickelte meinen Sinn für Ästhetik, der davor praktisch nicht existiert hatte.)

Francoise wurde Modell, Filmstar, Chansonette - und berühmt in ganz Europa.

(Die Infos und Zitate wurden der Hardy-Biografie "Superstar et Eremite" von Etienne Daho und Jérome Soligny entnommen.)

 

Ende 2001 erschienen: Autobiografie von Hardy-Freund Jean-Marie Perier "Enfant Gaté", xeditions, 2001, ISBN 2-48563-048-4 (in französischer Sprache). Beleuchtet Musik- und Filmszene in Frankreich. Sehr unterhaltsam.