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Gabriel Yared begleitet Francoise Hardy (1977-1982)

Francoise sagt, dass sie ihr schwergefallen seien; sie distanzierte sie sich weitgehend von den Alben - trotz ihrer großer Erfolge. Sie seien eben doch ein wenig zu kommerziell geraten.

Mir persönlich gefallen einige Lieder daraus recht gut.

Gekonnt: Verzwickte Wortpuzzles und fragmentarische Reime, z. B. in "Ame s'trame drame" -  Psychodrama - Melodrama - Kardiogramm (Text von Alain Goldstein). Oder:  "Bosse Bossez Bossa" (Text: Michel Jonasz), wo schnippisch ein Bogen geschlagen wird von seinen Angewohnheiten "Tu as la bosse" - du hast's drauf - über "tu bosses" - du schuftest - zu ihren Wünsche - Bossa Nova (C'est ca la vie, non?). Mit Absicht verwirrend ist auch das disco-ähnliche "Jazzy retro satanas": Jazz-Stile werden als rückständig abgetan, während die neue Disco-Welle einen mit "High Energy" in Bewegung hält ("Ne viens pas ruiner mon feeling jazzy retro satanas ... je peux plus stopper ma machine jazzy retro satanas). Wieviel Teufelswerk wohl in diesem Disco-Sound steckt?

Bezaubernd: "Gin Tonic" - zwei einsame, fremde Menschen begegnen sich in einer Bar. Wer kennt diese Situation nicht? - Schließlich ein Dankeschön an alle, die sie kennen, die sie nicht kennt: "Chanson ouverte". Hinreißend: "Si c'est vraiment vraiment vrai, pourquoi ne le me dis-tu jamais que tu m'aimes vraiment vraiment fort, que je suis ta reine, ta sirène?" (Wenn's wirklich, wirklich stimmt, warum sagst du mir dann nicht, dass du mich ganz arg liebst, dass ich deine Königin bin, deine Sirene?"; Text: Michel Jonasz) 

* * * * *

Eine weitere Wende bahnte sich an mit der Platte "A Suivre" (Fortsetzung folgt). Häufiger als in den beiden vorherigen Platten griff Francoise wieder selbst zur Feder. Das Ergebnis: Hardy'sche Feinfühligkeit in den Texten, harmonisch kombiniert mit dem sensiblen Sound Yareds. Eine absolut gelungene Mischung!

* * * * *

"Gin Tonic", 1980
EMI Pathe 2C070-14869, LP

Ame s'trame drame
Bosse bossez bossa
Branche cassee
Chanson ouverte
Gin tonic
Jazzy retro satanas
Juke box
Minuit minuit
Que tu m'enterres
Seule comme une pomme
Si c'est vraiment vraiment vrai

"A Suivre", 1981
Flarenasch 723 623 WE 351, LP

A suivre
Ca m'suffit
Ca va comme ca
Coupure de courant
L'amour est plus fort
Plus personne
Reve de starlett
Incurablement sentimentale
Tamalou
Vert ouvert
Villegiature
Voyou voyou

Bald darauf erschien die nächste Platte: "Quelqu'un qui s'en va" (Jemand, der geht). Es sollte ein Abschiedsalbum und eine reine Hardy-Yared Produktion. werden. Aber dies gelang nicht ganz: Francoise steuerte nur einen Text bei. Neben einem Gainsbourg-Stück ("Ces petits riens") sang sie Texte von Carole Coudray, damals Liebhaberin Yareds, sowie von Michel Fugain und Alain Souchon. 

"Quelqu'un qui s'en va", 1982
WEA filipacchi music 723 643 we 361, LP

C'est bien moi
Ces petits riens
En scope et stereo
L'aureole neon
Mazurka
Quelqu'un qui s'en va
Retour de nuit
Tabou
Tirez pas sur l'ambulance
Un deux trois chat

Francoise hatte ihr Interesse zunehmend auf ihr Familienleben und die Astrologie ausgerichtet, ihre musikalischen Ambitionen traten in den Hintergrund. Sie war niemals von sich als wirklich gute Sängerin überzeugt gewesen, und auch das Verfassen von Texten empfand sie als anstrengend, verbunden mit der Angst, sich mit der Zeit zu wiederholen.

* * * * *

Nach der Yared-Ära pausierte Francoise für sechs Jahre. Einem neueren Gerücht zufolge könnte es jedoch sein, dass die beiden nochmals zusammenfinden. Wer weiß? Schön wär's bestimmt!

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"Star" ist das erste der fünf Alben, auf denen Gabriel Yared Francoise Hardy begleitete.

"Star", den Titelsong, schrieb ursprünglich Janis Ian; die Version von Francoise ist eine sehr persönlich anmutende Interpretation ihrer Karriere (die deutsche Übersetzung ist bei Rolf Ludwig nachzulesen), in der sie ihre Überlegungen und Ängste, nicht gut genug zu sein, schildert.

Einen tiefenpsychologischen Ansatz erfährt man bei dem Liebeslied  "Ton enfance" (deine Kindheit): Das Angebot der Liebe als Möglichkeit, die lieblos erlebte Kindheit zu vergessen.

Für das Album haben Francoise und Yared Michel Jonasz als Komponisten und Songwriter hinzugewonnen: "A Vannes" - ist eine Hommage an den unbeschwerten Sommer in dem kleinen Ort an der bretonischen Morbihan Golf-Küste. Eine kritisch-satirische Betrachtung der technisierten Lebens- und Liebeslage steuerte Serge Gainsbourg bei mit dem Lied "Enregistrement". Bildhaft ebenfalls in einer unwirklichen Welt angesiedelt ist das Lied "Flashback", in dem Francoise beklagt, dass die Wahrnehmung zwischen ihr und ihrem Liebsten nicht echt sei, sondern sich wie in einem Film abspiele, in dem sie nicht mehr mitspielen wolle.

"Star"
CD: EMI France 829923 2, 1994

Star
Chanson sur toi et nous
Enregistrement
A Vannes
Flashbacks
L'impasse
Ton Enfance
Je ne suis que moi
Drole de fete
Fatiguée

* * * * *

Relativ laut, beschwingt und kommerziell wirken die nächsten beiden LPs mit Gabriel Yared. Es ist die Zeit der Samstag abendlichen Disco-Fiebers. Und genauso fallen auch die Titel aus: "La Musique Saoule" (Anlehnung an den amerikanischen Begriff "Soul Music"? oder vielleicht "soule" - wie besoffen?) und "Gin Tonic". Beide Schallplatten standen unter dem vorrangigen Einfluss von Gabriel Yared als Komponisten und Michel Jonasz als Lyriker. Francoise "lieh" ihnen ihre Stimme. 

"Musique saoule", 1978
EMI Electrola LC 0542, LP

Beau Boeing belle Caravelle
Brouillard dans la rue Corvisart
Hallucinogene
J'ecoute de la musique saoule
Nous deux nous deux et rien d'autre
Occupe
Perdu d'avance (hardy)
Si je le retrouve un jour (jonasz/goldstein)
Swing au pressing (jonasz/goldstein)
Tip tap t'entends mes pas
Tu m'vois plus tu m'sens plus

In der Zeit von 1977 bis 1982 nahm Francoise fünf Langspielplatten mit dem libanesischen Komponisten und Orchesterleiter Gabriel Yared auf - Grund genug, dieser Epoche ein besonderes Augenmerk zu schenken.

Die Zusammenarbeit Hardy-Yared gestaltete sich zuerst für beide schwierig: Francoise war mit der Komplexität seiner Arrangements nicht einverstanden; sie glaubte, ihre Stimme zu überfordern. Yared fand sie unnahbar und spröde. Aber er mochte das unverkennbare Timbre ihrer Stimme. Er spornt sie an, übernimmt die Verantwortung für die LP "Star" (1977). Francoise erklärt sich damit einverstanden, denn neben der Musik hat sie noch einige andere Interessen: Ihre Familie, sie ist Mutter eines damals 4jährigen Jungen, Thomas, und sie hat ihr Studium der Astrologie und Psychologie begonnen.

Gabriel Yared

Gabriel Yared, geboren am 7. Oktober 1949 in Beirut, (www.gabrielyared.com bzw. www.shef.ac.uk/~cm1jwb/yared.htm), Komponist und Bandleader, ist vor allem durch seine Filmmusiken bekannt (u. a. Sauve qui peut la vie, von Jean-Luc Godard, 1980; Der talentierte Mr. Ripley, Anthony Minghella, 1999; City of Angels, Brad Silberling, 1998, The Next Best Thing, John Schlesinger, 2000; Autumn in New York, Joan Chen, 2000; Der englische Patient, Anthony Minghella, 1996, für den er auch einen Oscar gewann).

Als Orchesterleiter hat er sich für seine Zusammenarbeit mit sehr populären französischen Künstlern wie Johnny Halliday, Charles Aznavour, Michel Jonasz - und Francoise Hardy einen Namen gemacht.