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Cassandra Wilson


Erotische Stimme. Samtweicher Alt. Blue(s) Notes. Ausgangspunkt mag die Ballade gewesen sein, aber Cassandra Wilson hat sie neu erfunden: Sie klingt mal nach Country Blues, mal nach einem rituellen afrikanischen Gesang, mal nach einem schlichten Folk-Song, dann wieder nach Samba. Ihr Prädikat: Ruhig und zugleich heftig bewegt. 


Discographie

Day Aweigh - 1987 
Point of View - 1987 
Blue Skies – 1988 
Jump World – 1990 
She Who Weeps – 1991 
Cassandra Wilson Live - 1992 
Dance To Drums Again – 1993 
After the Beginning Again - 1993 
Blue Night Til' Dawn - 1993 
After the Beginning Again - 1994 
New Moon Daughter – 1996 
Best of Genre, Songbook - 1996
Traveling Miles - 1999
Belly of the Sun - 2002


Biographie

Cassandra Wilson, Sängerin, Produzentin, Gitarristin, Pianistin. Sie schreibt und komponiert viele ihrer Songs selbst.

Cassandra wurde 1955 in Jackson, Mississippi, als jüngstes von drei Kindern in eine musikalische Familie hineingeboren. Ihre Mutter war Lehrerin, ihr Vater Bassgitarrist. Schon früh lernte sie den Jazz kennen. Mit neun erhielt sie Klavier- und Gitarrenunterricht. Ihre ersten Auftritte in der Powell Junior High School meisterte sie mit Balladen und Gitarren- begleitung. Man wurde auf sie aufmerksam - und dies, obwohl ihr Repertoire dem Trend der 60er Jahre, dem R&B, widersprach

Nach der High School studierte sie Kommunikations- wissenschaften an der Jackson State University und erwarb hierbei einen Hochschul- abschluss. Sie verlies Mississippi und zog nach New Orleans, wo sie für eine Fernsehstation arbeitete.

Ihre ersten Plattenaufnahmen machte sie mit Steve Coleman und Henry Threadgill, nachdem sie 1982 nach New York umgesiedelt war. Seitdem hat sich Cassandra Wilson unter den internationalen Jazzgrößen einen festen Platz erworben. Sie erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem eine Grammy- Nominierung für den besten Live-Auftritt - ihre Tournee "Blood on the Field" 1997.

Einige CDs ...

Für das Album "New Moon Daughter" erhielt einen Grammy als beste Jazz-Sängerin. 

Die CD beginnt mit Billie Holiday's berühmten "Strange Fruit", die Anklage über die rassistische Lynchjustiz in den USA, eine eigenwillige, nachdenkliche Interpretation mit minimaler Instrumentierung: Gitarre, akustischer Bass und Kornett. Balladenhaft die nächsten Stücke: "Love is Blindness", "Solomon Sang", "Death Letter", "Find Him". Durchaus rockig klingt der Oldie "Take the last train to Clarksville". New Orleans? Oder Orléans? Das Liebeslied "Until" mit Tony Cedras am Akkordeon klingt französisch. Liebe und Tod sind Leidmotive dieser CD aus dem Jahre 1996. "A Little Warm Death", warme Samba-Rhythmen, vermischt mit einer fast schnulzigen Violine (was für eine Begleitung!), ist eine Aufforderung, sich auszuruhen. Bluesig, mit unerwarteten harmonischen Auflösungen ist ihr "Memphis": "I was locked inside a prison of my own design". Nach dieser kleinen Reise geht's wieder zurück zur Ballade: "Harvest Moon" von Neil Young. Den Abschluss bildet "32-20".

Auch mit ihrem bereits 1993 erschienenen Album "Blue Light til Dawn" konnte Cassandra Wilson große Erfolge verzeichnen und erhielt mehrere Awards. Es ist ein scheinbar ruhiges Album mit zurückhaltender Instrumentierung, aber mit sehr wechselhaften und bewegten stilistischen Hintergründen: Country Blues, afrikanischem Gesang, Balladen... Enorm vielseitig. Mühselig zu beschreiben. Hören!!!

Wieder ein ganz anderes Erlebnis als die anderen beiden CDs ist Cassandra Wilson's "Traveling Miles" aus dem Jahre 1999, eine Hommage an den großen Jazz-Musiker, Komponisten und Bandleader Miles Davis. Hier interpretiert sie u. a. Kompositionen von Miles. "Run the Voodoo Down", das erste Tune auf der CD, man meint Miles auf dem Kornett in seinen frühen Electric-Jazz-Jahren zu hören (Miles Davis starb 1991). Oder wie wär's mit etwas Cool-Jazz? Dann bitte "Traveling Miles", den Coversong, sowie "Someday my Prince will Come". Ruhig und beschaulich ist Cassandra's Interpretation des Cindy-Lauper Hits "Time after Time". (Eine Ballade muss eben sein!). Unterhaltsamer Rockjazz: "When the Sun goes down". Nochmals Miles: "Ressurection Blues" von Marcus Miller und angelehnt an sein "Tutu" (auf dem gleichnamigen Album). Dann wieder verträumt: "Sky and Sea (Blue in Green)". Es fehlt noch "Piper" eine einfache Ballade mit Gitarrenbegleitung. Ganz zum Schluss nimmt Cassandra ihr Eingangsthema wieder auf: "Voodoo Reprise" von Miles Davis, doch diesmal hat sie den Weg zurück beschritten: Nach Afrika.     

Alle Songs und einige Hörproben durch Klick auf die Bilder

CD "Traveling Miles"
Blue Note 7243 8 54123 2 5

CD "New Moon Daughter"
Blue Note 7243 8 37183 2 0

CD "Blue Light til Dawn"
Blue Note 7777 8 13572 2

Miles Davis

mehr infos -> hier bei laut!